Ab Ende August zeigt ChatGPT auch hierzulande Werbung. Für Dich als Marketing-Verantwortlichen bedeutet das: ein neuer Kanal ist startklar und wir zeigen Dir, was sich ändert und wie Du direkt einsteigen kannst.
Was OpenAI konkret ändert
Anzeigen erscheinen künftig direkt unter den Chat-Antworten – deutlich als „Sponsored“ gekennzeichnet und optisch in den Verlauf eingebettet. Betroffen sind ausschließlich die kostenlose Free-Version und der günstige Go-Tarif. Wer Plus, Pro, Business, Enterprise oder Edu nutzt, bleibt weiterhin werbefrei. Wer gar keine Werbung sehen will, kann außerdem auf eine neue, kostenlose werbefreie Variante mit reduzierten Limits ausweichen.
EU-Nutzer bekommen Sonderregeln
Anders als in den USA ist personalisierte Werbung in Deutschland zunächst deaktiviert. OpenAI berücksichtigt vorerst nur das aktuelle Gesprächsthema sowie grobe Angaben wie Standort, Sprache und Gerätetyp, keine früheren Chats oder gespeicherten Erinnerungen. Wer personalisierte Anzeigen möchte, muss aktiv zustimmen; die Entscheidung lässt sich jederzeit widerrufen. Damit reagiert OpenAI auf die strengeren EU-Datenschutzvorgaben und hat dafür seine europäische Datenschutzrichtlinie überarbeitet.
Was laut OpenAI ausdrücklich nicht passiert
Auch beim Datenschutz bleibt es strikt: Werbetreibende erhalten keinen Zugriff auf einzelne Chats, den Verlauf oder persönliche Daten, ausgewertet werden nur aggregierte Leistungsdaten.
Der Deutschland-Start ist Teil eines größeren Rollouts: Seit Mai 2026 läuft der Self-Serve Ads Manager mit CPC-Bidding, Conversions API und Pixel-Tracking, zunächst in den USA, jetzt erweitert um Deutschland, Frankreich, Irland und Singapur. Beim Targeting setzt OpenAI aktuell auf Kontext-Signale wie Gesprächsthema, Standort, Gerätetyp und Sprache. Klassisches Keyword-Targeting gibt es noch nicht.
OpenAI betont: Anzeigen haben keinen Einfluss auf die Antworten von ChatGPT und bleiben klar vom Gespräch getrennt. Eine Platzierung ist keine Empfehlung.
Wie Du aktuell schon einsteigen kannst
Einen eigenen Self-Service-Zugang über den Ads Manager wird es laut OpenAI erst später in diesem Sommer geben. Bis dahin führt der Einstieg über drei Wege: direkt über das OpenAI Ads Solutions Team oder über zertifizierte Technologie-Partner wie StackAdapt, die eigene Tools und Schnittstellen zur Plattform anbieten. Gerade in der frühen Phase, in der Best Practices, Zielgruppenlogik und Erfolgsmessung noch nicht flächendeckend etabliert sind, lohnt sich die Zusammenarbeit mit einem Partner, der die Plattform schon aus der Praxis kennt. So lassen sich Anfängerfehler vermeiden und der Vorsprung, den ein früher Einstieg bietet, tatsächlich nutzen – statt Zeit mit Trial-and-Error zu verlieren.
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Was kostet das und für wen lohnt sich der Einstieg?
Laut StackAdapt, offizieller OpenAI-Launch-Partner für ChatGPT Ads, liegt das CPC-Startgebot bei 3–5 USD, der CPM zwischen 15 USD (geringe Nachfrage) und 60 USD (starker Wettbewerb). Besonders geeignet ist der Kanal für Awareness und Consideration in High-Intent-Momenten mit kontextuellem statt klassischem Zielgruppen-Targeting. Top-Kategorien sind Retail, Home, Beauty, Travel, Cooking, Auto und Fitness; weniger geeignet aktuell für Healthcare, Finance, Legal und Politik.
Zur Einordnung: ChatGPT hat über 900 Millionen wöchentlich aktive Nutzer. Bei Shopping-Anfragen soll die Conversion Rate laut StackAdapt um 20 % steigen.
Was hat sich im Ads Manager zuletzt getan?
Auch technisch entwickelt sich die Plattform offenbar schnell weiter. Aus ersten Insider-Berichten von PPC-Experten mit Plattform-Zugriff kursieren unter anderem folgende Neuerungen. Eine offizielle Bestätigung durch OpenAI steht hierzu noch aus:
- Conversion-optimierte Kampagnen (oCPC): Optimiert automatisch auf Conversions, abgerechnet wird weiter nur nach gültigen Klicks.
- Smarte Budgetsteuerung: Tagesbudgets werden über 7 Tage gemittelt und automatisch über den Tag verteilt, statt früh zu verbrauchen.
- Geo-Ausschluss: Standorte, die nicht bedient werden, lassen sich gezielt vom Targeting ausschließen.
- MMP- und Advanced-Matching-Integrationen: AppsFlyer, Adjust und gehashte Kundendaten machen App- und Web-Conversions besser messbar.
- Bulk API & Produktkarten: Kampagnen lassen sich im Batch verwalten, Produktkarten zeigen künftig Preis und Sternebewertung.
Autor:in
AlinaRunge Werkstudentin MarketingAlina Runge studiert Mediendesign an der IU. Sie untersützt das Marketing-Team bei der Contenterstellung und Vermarktung der Agentur über die Social-Media-Kanäle sowie der Durchführung von Events. Außerdem ist Alina nebenbei als Fotografin selbständig.
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