Künstliche Intelligenz (KI) ist ein Begriff, der heute in nahezu jedem Technologiegespräch auftaucht. Von revolutionären AI-basierten Produkten wie DALL·E und ChatGPT von OpenAI bis hin zu Google Bard und Google SGE, die die Art und Weise, wie wir Informationen suchen und verarbeiten, hat KI unsere Welt verändert. Erfahre hier, was genau künstliche Intelligenz ist. ... WeiterlesenKünstliche Intelligenz
Social Marketing
Was ist Social Marketing?
Social Marketing bezeichnet die Planung, Umsetzung und Bewertung von Maßnahmen, die gesellschaftlich erwünschtes Verhalten fördern sollen – etwa im Gesundheits-, Umwelt- oder Sozialbereich. Es unterscheidet sich klar vom Social Media Marketing, da es nicht auf kommerzielle Ziele, sondern auf Verhaltensänderung und Gemeinwohl ausgerichtet ist. Das Ziel dabei ist, eine Zielgruppe so zu steuern, dass diese ein Verhalten akzeptiert, ablehnt, aufgibt oder verändert. Der Kunde soll dabei jedoch keinesfalls manipuliert, sondern positiv beeinflusst und zu einer anderen, besseren Denkweise angeregt werden. Das kann wiederum fürs eigene Wohl, für das Wohl eines anderen oder das Wohl einer ganzen Gesellschaft geschehen.
Typische Beispiele für Social Marketing sind:
- „Stäbchen rein – Spender sein!“
- Aufklärung zur Organspende
- Präventionskampagnen im Bereich Alkohol oder Drogen
- Verkehrssicherheitskampagnen (z. B. Gurtpflicht, Handy am Steuer)
- Umweltschutzkampagnen (Recycling, Energie sparen, Wasserverbrauch)
- Kampagnen für soziale Themen: Inklusion, Gleichberechtigung, Integration
Social Marketing vs. Social Media Marketing
Social Marketing | Social Media Marketing |
|---|---|
Fokus auf gesellschaftlichem Nutzen | Fokus auf Unternehmenszielen |
Ziel: Verhaltensänderung | Ziel: Reichweite, Interaktion, Leads, Sales |
Einsatz klassischer & öffentlicher Kommunikationsmittel | Einsatz digitaler Social Media Kanäle |
Häufig in Prävention, Gesundheit, Umwelt, Politik | Häufig in Markenkommunikation & Commerce |
Tabelle 1: Social Marketing vs. Social Media Marketing
Social Marketing und die vier P’s
Selbstverständlich gehört Social Marketing auch zum Marketing Mix. Zu unterscheiden sind dabei die vier klassischen Kategorien Product, Price, Place und Promotion. Anders als bei üblichen Marketingstrategien werden hierbei die 4 P’s klar auf soziale Ziele ausgerichtet.

Die Eckpfeiler des Social Marketing
Anders als beim Konsumgütermarketing setzen Unternehmen beim Social Marketing auf eine Firmenphilosophie, die auf soziales Engagement setzt. Es handelt sich somit um eine etwas andere Marketingstrategie, die zumeist von Non-Profit, staatlichen oder gemeinnützigen Organisationen genutzt. Diese versuchen Botschaften an ihre Zielgruppe zu verbreiten. Es ist eine systematische Überzeugung zum freiwilligen Handeln, bei dem normale Faktoren wie der Preis keine Rolle spielen.

Inhalte von Prof. Dr. Bernd Helmig, Gabler 2015
Die Methoden des Social Marketings
Social Marketing nutzt eine Kombination aus klassischen Marketinginstrumenten und verhaltenswissenschaftlichen Ansätzen, um gesellschaftlich erwünschtes Verhalten zu fördern. Eine zentrale Methode ist die Zielgruppenanalyse, bei der Einstellungen, Barrieren, Bedürfnisse und soziale Faktoren genau untersucht werden. Sie bildet die Grundlage für alle weiteren Maßnahmen. Darauf aufbauend spielt die Entwicklung passender Botschaften eine wichtige Rolle: Inhalte müssen nicht nur informieren, sondern motivieren und leicht verständlich sein. Dabei kommen häufig Erkenntnisse aus der Psychologie und Verhaltensökonomie zum Einsatz, wie etwa Nudging, bei dem kleine, gezielte Anstöße genutzt werden, um Verhalten unaufdringlich in eine gewünschte Richtung zu lenken. Ebenso wichtig ist die Wahl geeigneter Kommunikationskanäle, die je nach Thema und Zielgruppe stark variieren können – von Plakatkampagnen über TV- und Radioformate bis hin zu digitalen Kanälen, Social Media, Influencer-Kooperationen oder lokalen Initiativen.
Ein weiterer wesentlicher Bestandteil ist die Barrierenanalyse, die ermittelt, warum gewünschtes Verhalten nicht oder nur selten gezeigt wird. Darauf aufbauend werden Maßnahmen entwickelt, die Hürden reduzieren – etwa durch niedrigschwellige Angebote, unterstützende Services oder klare Handlungsanleitungen. Ergänzend dazu setzt Social Marketing auf partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Institutionen, Behörden, NGOs oder Multiplikatoren, um Glaubwürdigkeit zu erhöhen und Reichweite aufzubauen. Abschließend spielt die Evaluation und Erfolgsmessung eine entscheidende Rolle: Kampagnen werden anhand definierter KPIs getestet, optimiert und weiterentwickelt, um langfristig wirksam zu sein. Durch die Kombination dieser Methoden gelingt es, komplexe gesellschaftliche Herausforderungen gezielt, nachhaltig und wirkungsorientiert anzugehen.
Kurz gesagt – so läuft eine Social-Marketing-Kampagne ab
- Problemdefinition
- Zielgruppenanalyse
- Formulierung der Verhaltensziele
- Entwicklung der Botschaften
- Auswahl der Kommunikationskanäle
- Umsetzung der Maßnahmen
- Erfolgskontrolle und Optimierung
Die Bereiche des Social Marketing
Das Kernthema des Social Marketing ist der Bewusstseinswandel. Personen sollen somit zu einer „besseren“, mehr nach dem Gemeinwohl orientierten Denkweise angeregt werden. Hierfür gibt es drei Sektoren, auf denen der Hauptfokus liegt:

- Gesundheit
- Anti-Rauchen, -Drogen, -Alkoholkonsum
- Gesunde Ernährung
- Sport und mehr Bewegung
- Verhütung
- Stammzellen- oder Blutspende
- Mehr Sicherheit im Straßen- und im öffentlichen Verkehr
- Soziales
- Anti-Rassismus
- Geschlechter-Gleichheit
- Bekämpfung von Menschenhandel
- Bekämpfung von Kinderarbeit
- Anti-Mobbing
- Anti-Diskriminierung
- Umwelt
- Tierschutz
- Ressourcenschonung
- Bekämpfung der Umweltverschmutzung
- Reduktion der Müllproduktion
- Clean Oceans
- Bekämpfung der Abholzung
Ausführliches Beispiel „Rauchen“:
Beim Beispiel „Rauchen“, wird „Nichtrauchen“ als das Produkt angesehen. Das bedeutet, dass das Unternehmen eine breite Masse von Menschen vom Rauchen abbringen möchte. Der Grundgedanke ist dabei eine langfristige Senkung der Gesundheitsrisiken, deshalb könnten in diesem Fall beispielsweise Krankenkassen die Unternehmen sein, die ein besonderes Interesse am Social Marketing von „Nichtrauchen“ haben. Es dient zudem dem Allgemeinwohl, da die Gesellschaft im Allgemeinen und nicht nur der einzelne Raucher gesünder wird. Somit sinken die von der Krankenkasse bezahlten Kosten für Erkrankungen. Aufgrund der zurückgehenden Erkrankungen kann wiederum der Beitragssatz der Krankenkassen sinken. Somit erreicht das Unternehmen durch die Botschaft die Steigerung des Wohles eines Einzelnen (dem Raucher selbst), eines Anderen (bspw. seiner Kinder oder dessen Lebensgefährte) und zu guter Letzt auch der gesamten Gesellschaft.
Schön und gut – in der Theorie klingt das alles sehr einfach. Die Praxis sieht da anders aus: Botschaften, die die Zielgruppe zum Umdenken anregen sollen, sind oft schwer zu vermitteln. Der eine fühlt sich davon „auf den Schlips getreten“, wieder ein anderer resigniert komplett und der letzte denkt, es betrifft ihn nicht. Social Marketing für die breite Masse ist somit eine komplexe Herausforderung. Dennoch gelingt es Unternehmen nach und nach durch diverse Marketingkampagnen enorme Erfolge zu erzielen.
Social Marketing in kommerziellen Unternehmen
Nicht nur Non-Profit-Unternehmen oder staatliche und gemeinnützige Organisationen vermarkten sich mit Social Marketing. Auch kommerzielle Unternehmen nutzen immer häufiger diese Maßnahmen. Sie setzen vermehrt auf soziales Engagement und soziale Aspekte, wie Fair-Trade, Tierschutz oder auch Umweltfreundlichkeit. Von Social Marketing im eigentlichen Sinn kann hierbei jedoch nicht mehr zu 100 % ausgegangen werden, da das primäre Ziel der Firmen häufig eine Image-Verbesserung, Steigerung der Brandawareness oder die reine Markenpflege sind. Somit steht nicht die Veränderung in der Einstellung der Zielgruppe im Fokus, sondern erneut das Vermarkten des Unternehmens. Dennoch zahlt es sich aus. Auch wenn über Social Marketing keine kommerziellen Produkte angepriesen werden, können Maßnahmen in dieser Richtung den Umsatz eines Unternehmens steigern.
Aber Achtung: Aktuell sind nachhaltige und umwelt- und ressourcenschonende Produktionen zentrale Themen für Firmen. Gerade in Zeiten von Fridays for Future nehmen solche Aspekte auch immer mehr Einfluss auf die Kaufentscheidung. Dennoch: Nachhaltigkeitsmarketing ist kein Social Marketing. Wie bereits erklärt, ist es im Social Marketing wichtig, die Verhaltensweisen von Personen zum Wohle der Allgemeinheit zu verändern. Somit zählt die Vermarktung von „grünen“ oder „wohltätigen“ Produkten nicht dazu, da es sich hierbei um Marketingzwecke handelt, die das Produkt attraktiver erscheinen lassen und so die Verkaufszahlen steigern sollen.
Ziel des Social Marketing
Beim Social Marketing sollte immer das Erreichen sozialer Ziele an erster Stelle stehen. Hierbei werden die klassischen Faktoren wie Gewinn- und Umsatzsteigerung komplett ausgeschlossen und sich auf die Korrektur von Missständen und das Verhalten anderer fokussiert. Da das Bewusstsein der Kunden beeinflusst werden soll, ändern sich folglich auch die zukünftigen Kaufentscheidungen. Mithilfe von Social Marketing kannst Du allerdings auch weitere Ziele verfolgen, die eher kommerziell ausgerichtet sind:
- Steigerung des Bekanntheitsgrades
- Imagepflege
- Brandawareness
Außerdem kann die Aufmerksamkeit gezielt auf Herzensthemen des Unternehmens gelenkt werden. Das hilft beispielsweise bei Spendenkampagnen ins Leben gerufen werden.
Risiken des Social Marketings
Trotz seiner großen Bedeutung birgt Social Marketing auch Risiken, die bei der Planung und Umsetzung unbedingt berücksichtigt werden sollten. Ein zentraler Kritikpunkt besteht darin, dass Kampagnen unbeabsichtigt belehrend oder bevormundend wirken können. Wenn Botschaften nicht sensibel formuliert oder Zielgruppen nicht ausreichend einbezogen werden, entsteht schnell der Eindruck moralischer Überlegenheit – was Widerstände verstärkt, statt Verhalten zu verändern. Ebenso problematisch sind fehlende kulturelle Differenzierungen: Was in einem sozialen oder regionalen Umfeld funktioniert, kann in einem anderen als unpassend oder unsensibel wahrgenommen werden. Darüber hinaus besteht stets die Gefahr, dass Maßnahmen komplexe gesellschaftliche Probleme zu stark vereinfachen, indem einzelne Verhaltensweisen isoliert betrachtet werden, ohne strukturelle Ursachen wie Infrastruktur, soziale Ungleichheit oder politische Rahmenbedingungen einzubeziehen.
Ein weiteres Risiko liegt in der mangelnden Transparenz der Ziele. Werden Kampagnen nicht klar kommuniziert oder offen dargelegt, kann Vertrauen verloren gehen – besonders dann, wenn staatliche oder institutionelle Akteure beteiligt sind. Zusätzlich können durch unzureichende Erfolgsmessung falsche Annahmen über die Wirksamkeit entstehen, was Ressourcen bindet und zu ineffektiven Strategien führt. Auch gut gemeinte Maßnahmen können durch unpräzise Datenauswertung oder fehlende Feedbackmechanismen langfristig ins Leere laufen. Nicht zuletzt besteht bei digitalen Kampagnen die Gefahr, sensible Themen über Social Media oder Influencer-Formate zu emotional aufzuladen, wodurch Botschaften polarisiert werden. Aus diesen Gründen ist ein verantwortungsbewusster, datenbasierter und transparenter Umgang mit Social Marketing unerlässlich.

Olga Fedukov absolvierte ihr Studium im Bereich Medienmanagement an der Fachhochschule Würzburg. Im Marketingteam von eology ist sie verantwortlich für die ganzheitliche Vermarktung der Agentur über diverse Kanäle. Darüber hinaus übernimmt sie die Planung und Koordination des Content-Bereichs auf der Website sowie der eology-Webinare.