Google-Updates – Ein Rückblick auf die Zehnerjahre

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2010              May Day-Update
2010              Google Caffeine-Update
2011              schema.org-Update
2011              Panda-Update
2011              Freshness-Update
2012              Penguin-Update
2012              Pirate-Update
2012              EMD-Update
2013              Hummingbird-Update
2014              HTTPS-/SSL-Update
2015              Brand-/E-Commerce-Update
2015              Mobile-Update
2015              Newswave-Update
2015              RankBrain
2015              Phantom-Update
2016              Google Core-Update
2017              Fred-Update
2017              User Localization-Update
2018              Speed-Update
2018              Medic-Update I + II
2019              BERT-Update

Google aktualisiert regelmäßig seine Algorithmen sowohl durch Date Refreshs als auch durch Updates. Während es sich bei Data Refreshs um Veränderungen der Datenbasis, mit der der Algorithmus arbeitet, handelt, bestehen Updates daraus, dass am Algorithmus eine tatsächliche Veränderung vorgenommen wird. Die bedeutendsten Updates der letzten Jahre haben wir für Dich zusammengefasst.

2010: May Day-Update

Das im Mai 2010 ausgerollte Update (deshalb auch der Name) hat einen besonderen Einfluss auf den Ranking-Algorithmus von Google. Besonders Longtail-Keywords wurden ins Visier genommen. Wie quasi alle Google-Updates zielt auch dieses wieder darauf ab, Suchanfragen besser beantworten zu können und somit die Qualität der Suchergebnisse zu erhöhen. Vor allem Keywords mit einer Länge von drei bis vier Wörtern besitzen meist eine hohe Conversion-Rate. Seiten, die in diesen Bereich fielen, waren deshalb häufig betroffen.

Folge dieses Updates: „Große“ Websites, die bis dato mit weniger passenden Inhalten auf Longtail-Keywords gerankt haben, sollen in den SERPs abgestuft werden. Die Qualität steigert sich somit und die Suchergebnisse sind treffender und hilfreicher für die User.

2010: Google Caffeine Update

Dieses Update befasste sich in erster Linie mit den Indexierungen von Webinhalten und nahm Änderungen an der Infrastruktur des Suchindexes vor. Das hatte zur Folge, dass der Suchindex schneller aktualisiert werden kann und, im Vergleich zum vorherigen, einen kontinuierlichen Crawling-Prozess ermöglicht wird.

2011: schema.org-Update

Im Jahr 2011 entschieden sich Google, Yahoo und Microsoft zusammenzuarbeiten und einigten sich auf gemeinsame Regeln, die auf schema.org festgehalten wurden. Diese werden somit beim Indexing ausgelesen, was wiederum die Möglichkeit gibt, zusätzliche Informationen in Form von beispielsweise Rich Snippets in den Suchergebnissen auszuspielen. Durch das Update wurde somit beschlossen, dass sich alle Suchmaschinen an diese Indexing-Regelungen halten.

2011: Panda-Update

Dieses Update richtet seinen Fokus auf ebenso hochwertige wie einzigarte Website-Inhalte, die einen Mehrwert für den Nutzer haben. Dies hat zur Folge, dass sowohl unseriöser Content als auch Inhalte mit minderwertiger Qualität abgestraft werden und deshalb eine schlechtere Platzierung im Google-Ranking erhalten. Das Panda-Update wird auch heute noch regelmäßig durch zusätzliche Signale erweitert und auf den neuesten Stand gebracht. Der Filter wird dadurch noch feiner und erleichtert dem Algorithmus die Unterscheidung zwischen gutem und schlechtem Content.

2011: Freshness-Update

Freshness, zu Deutsch „Frische“ oder auch „Neuheit“, ist ein weiterer Namensgeber eines Google-Updates. Die Benennung weist subtil auf dessen Ziel hin: Aktualität der Suchergebnisse. Jedoch ist nicht jede Suchanfrage auf ein Ergebnis mit aktuellem Content angewiesen. Deshalb war es nötig, diese zu kategorisieren. Es gibt deshalb die folgende Einteilung:

Recent Events
Hot-Topics
Regular UpdatesFrequent Updates
Aktuelle, zeitnahe und/oder heiß diskutierte ThemenRegelmäßig wiederkehrende Ereignisse
→ nicht permanent, aber wiederkehrend
Themengebiete mit häufigen Änderungen

Nice to know: Grundlage für dieses Update war das Google Caffeine-Update.

2012: Penguin-Update

Zusätzlich zum Panda-Update hat Google seinen Algorithmus mit dem Penguin-Update verfeinert. Auch hier handelt es sich wieder um einen Qualitätsfilter, der Fehlverhalten abstraft. Während das Panda-Update die Website-Inhalte überprüft, kümmert sich das Penguin-Update um die Identifizierung von Spam, Verlinkungen, Keyword Stuffing und unnatürlichen Backlinkmustern. Auch hier werden, wie beim vorherigen Update, regelmäßige Aktualisierungen durchgeführt. Dieses Update ist für das Linkbuilding das wichtigste, da es zum Ziel hat, vor allem unseriösen und unnatürlichen Linkaufbau abzustrafen.

2012: Pirate-Update

Das Pirate-Update, namentlich angelehnt an Piraterie, bestraft Seiten, die das Urheberrecht verletzen. Websites, die illegalen Content, wie Raubkopien oder ähnliches, anbieten, können somit abgestraft werden, was zur Folge hat, dass sie teilweise oder sogar komplett aus den SERPs verschwinden.

2012: EMD-Update

EMD ist die Kurzform von Exact-Match Domain (dt. Keyword-Domain). Es handelt sich hierbei um eine Änderung am Google-Ranking-Algorithmus, die zu einer Verbesserung der ausgespielten Suchergebnisse führen soll. Auf eine Suchanfrage erhalten Nutzer deshalb nur Übereinstimmungen, die weitestgehend bis hin zu exakt passend sind. Keyword-Domains mit thin content, also sehr dünnen und qualitativ schlechten Inhalten, werden im Ranking abgestuft.

Ziel: Die Suchanfragen der Nutzer mit besseren Inhalten gezielter beantworten.

2013: Hummingbird-Update

2013 wurde die Google-Suche 15 Jahre alt. Passend dazu integrierte die Suchmaschine eine komplett neue Generation des Algorithmus, der seitdem die Basis aller Suchanfragen ist. Mit dem Hummingbird-Update machte Google einen großen Schritt in Richtung Verständnis semantischer Suchanfragen. Dies bedeutet, dass die Suche gezielter abläuft und der tatsächliche Zusammenhang zwischen den Schlagwörtern und der Intention des Nutzers besser gedeutet werden können. Besonders Fragesätze („Wie wird das Wetter in München?“) oder Suchanfragen in Unterhaltungsform („Zeige mir Bilder der Freiheitsstatue.“) werden durch das Update deutlicher zugeordnet.

2014: HTTPS-/SSL-Update

Wie der Name schon sagt, sorgt dieses Update für eine höhere Gewichtung der HTTPS-Verschlüsselungen. Diese gelten seitdem als Ranking-Faktor. Das gibt Webmastern wiederum den Anreiz, für mehr Sicherheit im Netz zu sorgen. Durch die Zertifizierung durch SSL wird die Identität der Domain bestätigt und dem User eine gesicherte Verbindung garantiert.

2015: Brand- / E-Commerce-Update

Auch wenn dieses Update nie wirklich bestätigt wurde, hatte es doch einen großen Effekt. Auffallend viele bekannte Marken-Websites und Online-Shops haben von diesem Update profitiert, was ihm wohl auch den Namen eingebracht hat. Besonderer Fokus wurde dabei auf Keywords mit hohem Suchvolumen gelegt.

2015: Mobile First-Index oder auch Google Mobile-Update

Heute ist das Smartphone nicht mehr wegzudenken, doch das war nicht immer so. Im Jahr 2015 entschied sich Google auf den wachsenden Trend der mobilen Suche aufzuspringen und den Nutzern das Suchen per Smartphone zu erleichtern. Die Hauptfolge dieses Updates war, dass die Websites nach und nach eine mobile Anpassung in Form eines responsiven Designs oder einer mobilen Website vornehmen mussten, um ein gutes Ranking zu erhalten.

2015: Newswave-Update

Dieses Update spielte vor allem Nachrichten-Websites in die Karten. Es wurde seitens Googles ohne großes Aufsehen durchgeführt und nie offiziell kommuniziert. Ziel ist es, wie auch schon beim Freshness-Update im Jahr 2011, die Aktualität der Suchergebnisse zu wahren. Der Fokus liegt diesmal jedoch auf Trending-Keywords und informationsorientierten Shorthead-Keywords.

2015: RankBrain

Redet man von Google-Updates, kommt man an RankBrain nicht vorbei. Hierbei handelt es sich um Machine Learning, also künstliche Intelligenz, die als Teilbereich in den Algorithmus integriert wurde. Die KI hilft dabei, Suchanfragen, die zuvor noch nie da waren, besser zu verarbeiten und zu verstehen. Dieses Update hat dabei ein Ziel: Bessere Analyse der Suchanfragen, sodass relevante Webseiten auch dann ausgespielt werden, wenn sie nicht dem genauen Wortlaut der Suchanfrage entsprechen. Folgendes kann RankBrain:

  • Mehrdeutige (generische) Suchanfragen deuten
  • Umgangssprache und Wortneuschöpfungen erkennen
  • Suchanfragen per Sprachfunktion besser interpretieren

2015: Phantom-Update

Das Phantom-Update ist ein von Google nicht kommuniziertes Update – es wurde somit still und heimlich eingeführt, deshalb auch der Name. Es handelt sich hierbei allerdings nicht um das erste Phantom-Update, da es sowohl in Jahren zuvor als auch danach weitere nicht kommunizierte „Phantom-Updates“ gab. Der Fokus im Jahr 2015 liegt auf den Qualitätssignalen des Core Algorithmus und den Nutzerintentionen. Da sich von Googles Seite nie zu diesem Update geäußert wurde, gibt es verschiedene Spekulationen zu Inhalten und dem Zusammenhang mit anderen Updates. Die Hartnäckigste: RankBrain und das Phantom-Update stehen in direkter Verbindung. Dieses Gerücht entstand vor allem dadurch, dass beide innerhalb relativ kurzer Zeit gelauncht wurden und beide die Nutzerintention in den Fokus stellen.

2016: Google Core-Update

Das erste von vielen Kern-Updates wurde 2016 ausgerollt. Das Ergebnis: Qualitativ hochwertiger und holistischer Content, der ein Thema ganzheitlich umfasst und beleuchtet, wird innerhalb der SERPs besser platziert. Doch zusätzlich spielt jetzt auch eine angemessene Beantwortung der Nutzerintention eine Rolle.

2017: Fred-Update

Auch mit dem Fred-Update gab es eine Änderung an Googles Kern-Algorithmus. Erneut wurden damit die Rankingkritierien optimiert, um die Qualität der Seiteninhalte weiter zu steigern. Wie es für Google üblich ist, steht der Mehrwert für den Nutzer im Zentrum. Die Folge dieses Updates war, dass Seiten mit veraltetem oder dünnem Content abgestraft wurden. Außerdem wurden Texte, die aus reiner SEO-Sicht mit Keywords überoptimiert wurden, ebenfalls abgewertet. Das Fred-Update greift deshalb, ähnlich wie Panda und Penguin, Seiten an, die nicht auf den Nutzen und den Mehrwert der User ausgelegt sind.

2017: User Localization-Update

Wer es gewohnt war, Anfragen in fremden Ländern simpel damit zu lösen, dass man die URL von Google mit der entsprechenden country code Top Level Domain (ccTLD) versehen hat (also beispielsweise statt www.google.de einfach die spanische Version www.google.es), scheitert daran seit diesem Update. Mittlerweile lokalisiert die Suchmaschine nämlich Deinen physischen Standort und spielt Dir dementsprechend passende Ergebnisse aus Deiner Umgebung aus. Das merkst Du besonders gut, wenn Du Dich im Urlaub befindest und dort Suchanfragen stellst.

2018: Speed-Update

Der Page Speed zählt schon lange zu den wichtigen Rankingfaktoren. Seit dem Update im Jahr 2018 wird er sogar noch stärker gewichtet – das vor allem bei der Suche auf mobilen Endgeräten. Dadurch zeigt Google erneut, wie wichtig mobiler Traffic geworden ist. Durch verschiedene Tools, wie Page Speed Insights, können Webmaster die Ladezeiten ihrer Website überprüfen und daraufhin optimieren.

2018: Medic-Update I + II

Das Medic-Update wurde im August 2018 gelauncht und im Oktober nochmals aktualisiert. Es betrifft – wie auch schon das Fred- und das Phantom-Update – den Kern-Algorithmus. Die Benennung kommt daher, dass durch den ersten Launch unverkennbar viele Seiten des Gesundheitssektors betroffen waren. Nicht nur das, es waren zusätzlich auch diverse YMYL-Seiten („Your Money, Your Life“), also Finanz-, Fitness- und Wellness-Seiten, beeinflusst. Auffällig ist dabei, dass es sich in erster Linie um Websites mit sensiblen Inhalten handeln, die direkten Einfluss auf den Nutzer nehmen können. Somit ist klar, dass dieses Update darauf abzielt, die Vertrauenswürdigkeit einer Seite zu identifizieren und zuverlässigen Content zu sichern. Mit den drei Punkten des Google E-A-T-Scores kann ganz leicht überprüft werden, wie seriös Deine Seite ist.

Bestandteile des EAT-Scores
Bestandteile des EAT-Scores

2019: BERT-Update

Das neueste Update von Google ist das BERT-Update. Hierbei handelt es sich um eine Neuerung, die dafür sorgt, dass die Suchmaschine Natural Language Processing Zusammenhänge der Sprache besser verstehen kann. So wird es möglich, dass komplexe Zusammenhänge, beispielsweise von Longtail-Suchanfragen, besser aufgefasst und verstanden werden können. Vor allem Natural Language Processing hilft der Suchmaschine dabei den semantischen Kontext zu verstehen. Begonnen hat es mit einem Rollout in den USA, seit Dezember 2019 gibt es BERT auch in Deutschland.

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