Large Language Model Optimization (LLMO)

Large Language Model Optimization (LLMO)

08 min

Deine Strategie für Sichtbarkeit in KI-basierten Suchsystemen und generativen Sprachmodellen

Moderne Informationssysteme basieren zunehmend auf Verfahren der künstlichen Intelligenz und des maschinellen Lernens. Im Zentrum dieser Entwicklung stehen insbesondere Large Language Models (LLMs), die in der Lage sind, natürlichsprachliche Eingaben zu verstehen, zu verarbeiten und kontextbezogene Antworten zu generieren. Parallel dazu entwickeln sich klassische Suchmaschinen, exemplarisch Google mit dem neuen KI-Modus bzw. den AI Overviews, zu hybriden Systemen, die semantische Suche mit generativer KI kombinieren.

Inhaltsverzeichnis:

Relevanz und Herausforderungen im digitalen Marketing
Was sind die Ziele von LLMO und was ist der Unterschied zum klassischen SEO?
Ein LLM ist keine Suchmaschine
Was sind Retrieval-Augmented-Generation-Systeme (RAG-Systeme)?
Funktionsweise von RAG-Systemen im Überblick
Vorteile von RAG
Wie kann für Sprachmodelle optimiert werden?
Onpage-LLMO
Offpage-LLMO
Fazit

Relevanz und Herausforderungen im digitalen Marketing

Vor diesem Hintergrund entstand im letzten Jahr ein neues Forschungs- und Handlungsfeld im digitalen Marketing: die KI-Sichtbarkeit. Sie beschreibt die Frage, unter welchen Bedingungen und in welchen Kontexten Unternehmen, Marken oder Inhalte in generativen KI-Systemen wie ChatGPT, Perplexity, Copilot oder KI-Modus erscheinen.

Mit der fortschreitenden Integration von KI-Systemen in Endgeräte und Plattformen ist zu erwarten, dass sich Informationsverhalten und Suchprozesse grundlegend verändern. Viele Nutzer werden künftig über KI-basierte Systeme auf Informationen zugreifen, daher muss die Frage, wie erfolgreiches Online-Marketing zukünftig gemessen wird, neu durchdacht werden. Für Unternehmen ergibt sich daraus zwangsläufig die Herausforderung, ihre inhaltliche Relevanz für bestimmte Themen nachzuweisen: Da Sprachmodelle nicht direkt manipulierbar sind, hängt Sichtbarkeit in LLMs zunehmend von der tatsächlichen inhaltlichen Autorität und thematischen Kohärenz ab.

Was ist LLMO?

Large Language Model Optimization (LLMO)ist die gezielte Optimierung von Inhalten und Strategien für generative Sprachmodelle und KI-basierte Suchsysteme.

Infografik zu Large Language Model Optimization mit Erklärung der Funktionsweise, Vorteilen und Unterschieden zu klassischer SEO sowie einem schrittweisen Prozess zur Steigerung der Sichtbarkeit in KI-generierten Antworten.
Abbildung 1: Factsheet LLMO
Quelle: eology

Was sind die Ziele von LLMO und was ist der Unterschied zum klassischen SEO?

Anders als im klassischen SEO, wo der Fokus stärker auf Keywords liegt, geht es bei LLMO darum, Inhalte so aufzubereiten, dass Sprachmodelle und KI-Systeme sie verstehen, kontextuell einordnen und als semantisch relevant bewerten können. Man optimiert auf das Erfassen von Entitäten und deren Beziehungen zueinander. In der Informatik und der Datenmodellierung existiert das sogenannte Entity-Relationship-Modell schon sehr lange und nun ist das Thema tiefer in unseren Online-Marketing-Kanal eingedrungen. Selbstverständlich umfasst LLMO auch die technische Bereitstellung von Inhalten in einer Form, die eine fehlerfreie Verarbeitung und Interpretation durch Sprachmodelle ermöglicht.

Hört sich für Dich nach modernem SEO an? Die Gemeinsamkeiten sind in der Tat groß und die Ansätze verhalten sich nicht konträr zueinander, sodass man beide Ziele und Strategien gemeinsam verfolgen kann und auch sollte. Im letzten Jahr kursierten die unterschiedlichsten Bezeichnungen im Netz: sei es Generative Engine Optimization (GEO), Large Language Model Optimization (LLMO), Artificial Intelligence Optimization (AIO), Answer Engine Optimization (AEO), Generative AI Optimization (GAIO) oder schlichtweg AI SEO. Die ganzen Bezeichnungen haben zum Teil für große Verwirrung gesorgt. Zum einen, weil die Begriffe online nicht konsistent und widerspruchslos verwendet werden, und zum anderen, weil Begriffe in unterschiedlichen Sprachen auch unterschiedliche Bedeutungen haben. Bei genauer Betrachtung sind es auch keine Synonyme, sondern sie fokussieren jeweils einen Teilbereich der ganzheitlichen KI-Optimierung. Am Ende des Tages verfolgen alle Teildisziplinen dasselbe Ziel: Sichtbarkeit in der großen, weiten Online-Welt, die gerade von KI-Systemen überrannt wird.

Ein LLM ist keine Suchmaschine

Eine Suchmaschine wie Google oder Bing durchsucht das Internet, erfasst Webseiten und legt deren Inhalte in einem Index ab. Bei einer Suchanfrage wird dieser Index ausgewertet und es werden Verweise auf Seiten ausgespielt, die anhand von Kriterien wie Suchbegriffen, Aktualität, Verlinkungen oder Nutzersignalen als relevant gelten. Die Inhalte selbst werden von Webseitenbetreibern erstellt, gepflegt und verantwortet. Im Gegenzug erhalten gut platzierte Seiten Sichtbarkeit und Reichweite.

Ein reines LLM im klassischen Sinne funktioniert jedoch grundlegend anders. Es handelt sich um ein statistisches Sprachmodell, das mit sehr großen Textmengen trainiert wurde, deren konkrete Herkunft nicht wirklich transparent ist. Es greift nicht aktiv auf das Internet zu und hält keine einzelnen Webseiten vor, sondern generiert Antworten auf Basis erlernter Sprachmuster, Wahrscheinlichkeiten und Entitätsnähe. Die Resultate sind direkt formulierte Texte statt Verlinkungen, deren Richtigkeit nicht garantiert ist und für die es keine redaktionelle Kontrolle gibt. Entsprechend liegt das Risiko beim Nutzer.

Hier ein Überblick der Hauptunterschiede:

Kriterium
Suchmaschine
LLMs (Sprachmodelle)
Funktionsweise
Durchsucht und indexiert Webseiten
Erzeugt Text auf Basis von Wahrscheinlichkeiten
Ergebnis
Liste von Webseiten, Links und Snippets
Direkte Antworten & Zusammenfassungen
Datenbasis
Aktuelle Webseiten im Index
Trainingsdaten (statisch)
Ziel
Webseiten vermitteln
Texte generieren
Sprachverständnis
Fokus auf Keywords
Verständnis für Kontext und natürliche Sprache
Genauigkeit / Fehleranfälligkeit
Zeigt existierende Inhalte
Kann falsche Infos halluzinieren
Informationsgewinnung
Einzelne Quellen
Kombiniert mehrere Quellen und Trainingsdaten
Aktualität
Hohe Aktualität durch regelmäßige Web-Crawls
Variiert je nach Modell & Anbindung an Web

Tabelle 1: Hauptunterschiede von Suchmaschinen und LLMs

Der Grund, warum das Wort „LLM-Suchmaschine“ im Netz existiert und warum dieser Irrtum überhaupt entstanden ist, ist nachvollziehbar: Denn auch Sprachmodelle haben 2025 gelernt, zu „googlen“. Die Basis klassischer LLMs wie GPT-3.5 waren ausschließlich Trainingsdaten, mit denen das Sprachmodell zu einem gewissen Zeitpunkt gefüttert und trainiert wurde. Damit war die Datenbasis statisch und anfällig für fehlerhafte Aussagen, deren Richtigkeit auf Aktualität angewiesen ist. Neuere moderne Modelle wie ChatGPT-5 verfügen über integrierten Internetzugriff und können diese Anbindung bei Bedarf dazu verwenden, trainiertes Sprachwissen mit aktuellen Informationen aus dem Netz zu verbinden. ChatGPT und Google AIO sind also keine reinen LLMs mehr. Sie verfolgen einen hybriden Ansatz und sind weder als reines LLM noch klassische Suchmaschine anzusehen.

Was sind Retrieval-Augmented-Generation-Systeme (RAG-Systeme)?

Vielmehr sind es Search-augmented bzw. Retrieval-augmented Systeme, die einerseits Suchinfrastruktur nutzen, um Informationen zu finden, und Sprachmodelle, um diese zu verdichten, zu formulieren und zu priorisieren. Ein externes System ruft dabei relevante Informationen aus Suchindizes, Datenbanken oder dem Web ab. Anschließend verarbeitet ein Sprachmodell diese Inhalte zu einer zusammenhängenden Antwort. Das LLM selbst bleibt dabei unverändert ein Sprachmodell, erhält aber zusätzlichen Kontext, der aktueller, überprüfbarer und thematisch fokussierter ist als reine Trainingsdaten. Sowohl ChatGPT mit Browsing-Funktion als auch Google AIO folgen diesem Prinzip, wenn auch mit unterschiedlichen technischen Ausprägungen.

Entscheidend ist: Nicht das LLM sucht, sondern die Suche wird dem LLM vorgeschaltet, um dessen Antworten zu erweitern und zu steuern.

Funktionsweise von RAG-Systemen im Überblick

  1. Dokumentenverarbeitung:
    Externe Dokumente wie PDFs oder Webseiten werden in kleinere Texteinheiten zerlegt und in einer Vektordatenbank gespeichert.
  2. Nutzeranfrage:
    Eine Frage oder Eingabe wird vom Nutzer an das System gestellt.
  3. Informationsabruf (Retrieval):
    Auf Basis der Anfrage werden semantisch passende Textsegmente aus der Vektordatenbank ermittelt.
  4. Generierung (Augmented Generation):
    Diese Inhalte werden gemeinsam mit der Nutzeranfrage an das Sprachmodell übergeben, das daraus eine fundierte und kontextgerechte Antwort formuliert.

Vorteile von RAG

RAG ist also eine Art Framework mit dem Ziel, die Qualität von LLM-erzeugten Inhalten zu verbessern. Durch den Zugang zu externen Wissensquellen hat das System zwei große Vorteile:

  1. RAG verringert den Bedarf, ein Modell bei jeder inhaltlichen Veränderung erneut zu trainieren oder seine Parameter laufend anzupassen, da aktuelle Informationen extern bereitgestellt und zur Laufzeit eingebunden werden. Auf diese Weise werden typische Schwächen von LLMs wie veraltetes Wissen oder inhaltliche Halluzinationen reduziert.
  2. Aktuellere, präzisere und stärker kontextualisierte Antworten, zuverlässigere Daten sowie die Möglichkeit, dass Nutzer auf die Quellen des Modells zugreifen und deren Inhalte validieren können, steigern die Vertrauenswürdigkeit enorm.

Wie kann für Sprachmodelle optimiert werden?

Nachdem wir nun wissen, wie LLMO und RAG funktionieren, stellt sich die Frage: Lassen sich Sprachmodelle und Trainingsdaten manipulieren?

Wie im Artikel anfangs bereits erwähnt, heißt das jetzt nicht, dass man alles, was man über SEO gelernt hat, über den Haufen werden muss. Viele SEO Best Practices sind weiterhin gültig, erfüllen für Sprachmodelle nur eine andere Funktion und haben eine andere Wirkung. Klar ist aber auch, dass es im großen Stil erfolgen muss, damit die Wahrscheinlichkeit erhöht wird, dass LLMs Eure Marke mit einer gewissen Anfrage verknüpfen und ausspielen. Eine reine Optimierung der eigenen Website reicht nicht mehr aus. Entscheidend ist nicht nur, was auf der eigenen Seite steht, sondern wo und in welchem Kontext Informationen im Netz insgesamt verfügbar sind, denn Retrieval-Systeme greifen auf viele externe Quellen zurück.

Grafik zur Veranschaulichung der AIO-Optimierung: Kreisdiagramm, das die Phasen der Analyse, Implementierung und Überwachung sowie die Einflussfaktoren der technischen Optimierung, Inhaltsoptimierung, Daten- und Formatoptimierung, Vertrauens- und Autoritätssignale sowie Aktualität und Konsistenz zeigt.
Abbildung 2: Einflussfaktoren auf KI-basierte Systeme
Quelle: eology

Daraus lässt sich sinnvoll wie auch im SEO zwischen zwei Ebenen unterscheiden:

Onpage-LLMO

Hier geht es um die inhaltliche und technische Optimierung der eigenen Domain für das Verständnis durch Sprachmodelle und Retrieval-Systeme. Dazu zählen klar strukturierte Texte, eindeutige Begriffe, saubere Entitäten, konsistente Aussagen sowie Formate, die sich gut extrahieren und zitieren lassen. Ziel ist es, dass Inhalte korrekt interpretiert und im Retrieval als relevant erkannt werden.

Inhaltliche Optimierung

Technische Optimierung

Offpage-LLMO

Offpage-LLMO hingegen bezieht sich auf die Präsenz und Konsistenz von Informationen außerhalb der eigenen Website. Je häufiger und konsistenter eine Marke oder ein Thema in externen, qualitativ hochwertigen Kontexten auftaucht, desto wahrscheinlicher ist es, dass diese Informationen von RAG-Systemen aufgegriffen und in LLM-Antworten verwendet werden.

Vertrauens- und Autoritätssignale

Fazit

LLMO gewinnt zunehmend an Bedeutung für die digitale Sichtbarkeit. Trotz der anhaltenden Relevanz von SEO sind Unternehmen gefordert, ihre Inhalte zusätzlich so aufzubereiten, dass sie von Large Language Models verstanden und genutzt werden können. LLMO verschiebt dabei den Fokus von der isolierten Website-Optimierung hin zu einer netzwerkweiten Optimierung von Informationen und Inhalten. Die Trennung von Onpage- und Offpage-LLMO ist daher nicht nur möglich, sondern auch konzeptionell sinnvoll. Ähnlich wie beim SEO hilft diese Differenzierung dabei, das große Ziel von erfolgreichem Online-Marketing in Teilbereiche zu unterteilen, diese zu priorisieren und je nach Bedarf und Ressourcen sukzessive anzugehen.

Mit der fortschreitenden Entwicklung von KI-Systemen wird sich auch LLMO weiterentwickeln. Unternehmen und Marken, die jetzt mit der Optimierung beginnen und die im Artikel vorgestellten Prinzipien umsetzen, werden in der KI-geprägten Zukunft der Informationssuche nicht nur wettbewerbsfähig bleiben, sondern einen entscheidenden Vorsprung haben.

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Ebi studierte Wirtschaftsinformatik an den Universitäten Würzburg und Passau. Seine Schwerpunkte Data Science und Machine Learning nutzt er als SEO Experte bei eology, um neue Entwicklungen, Tools und Effizienzsteigerungen rund um künstliche Intelligenz bestmöglich zu evaluieren und Unternehmen dabei zu helfen, ihre organische Reichweite mithilfe von individuellen Strategien zu erhöhen.

Christian
Eberhardt
, SEO Expert Consultant c.eberhardt@eology.de +49 9381 5829000