Google Maps macht einen Schritt in Richtung soziales Netzwerk

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Google Maps kanntest Du bisher so: Geschäfte, Unternehmen, Restaurants, etc. veröffentlichen dort Informationen zu Öffnungszeiten, Kontakt, der Website, usw. und können Bilder zu den eigenen Räumlichkeiten, Speisen und und und veröffentlichen. So halten sie ihre Kunden up-to-date. Wollten Besucher Fotos dazu hochladen, konnten sie dies nur über eine Rezension tun. Doch das ändert sich jetzt! Google versucht erneut im hart umkämpften Social-Media-Markt Fuß zu fassen. Diesmal soll sich der Kartendienst zu einem sozialen Netzwerk entwickeln. Dafür erhält Google Maps neue Features.

Was gibt’s Neues?

Hast Du schon mal eine Bewertung auf Google geschrieben? Dann besitzt Du ab jetzt Dein eigenes Google Maps-Profil. Zusätzlich kannst Du von nun an allen Nutzern folgen, die beispielsweise als „Local Guide“ gekennzeichnet sind oder bereits einen hilfreichen Post oder Tipp als Google Rezension abgegeben haben. Folgst Du diesem Profil erhältst Du alle neuen Empfehlungen dieser Person als sogenanntes „Community Update“. Kennst Du jemanden, der gerne Bewertungen abgibt, kannst Du auch gezielt nach dieser Person suchen und ihr folgen.

So sehen die Profile der Google Maps-Nutzer in Zukunft aus, © Google
So sehen die Profile der Google Maps-Nutzer zukünftig aus, © Google

Was ist dieses „Local Guide“-Programm?

Local Guides sind private, einzelne Personen, die auf Google Maps häufig Rezensionen schreiben, Fotos teilen und auf Fragen der Community eingehen. Zusätzlich bearbeiten sie häufig Infos zu Orten oder fügen diesen neue hinzu und überprüfen die Fakten, die bereits im Netz kursieren. Es sind somit sehr aktive Google Maps-User, die ihr Wissen mit der Gemeinschaft teilen. Hierfür zeichnet Google diese als Local Guide aus.

Das Local Guide-Programm gibt es überall dort, wo Google Maps verfügbar ist. Somit ist es derzeit in 40 Sprachen und Ländern im Einsatz. Es ist deshalb ein „Programm“, da die Aktivität der Nutzer durch ein Punktesystem bewertet und belohnt wird. Mit Hilfe dieser Punkte schafft es ein Local Guide ganze zehn Level zu durchschreiten.

Das Punktesystem von Google Maps bestimmt Dein Level als Local Guide, © Google
Das Punktesystem von Google Maps bestimmt Dein Level als Local Guide, © Google

Durch folgende Aktionen bauen sich Punkte auf:

GELEISTETER BEITRAG ZU MAPSERHALTENE PUNKTE
Rezension10 Punkte pro Rezension
Rezension mit mehr als 200 Zeichen10 Bonuspunkte pro Rezension
Bewertung1 Punkt pro Bewertung
Foto5 Punkte pro Foto
Foto-Tags3 Punkte pro Tag
Video7 Punkte pro Video
Antwort1 Punkt pro Antwort
Antwort in Fragerunde3 Punkte pro Antwort
Ort bearbeiten5 Punkte pro Änderung
Ort hinzufügen15 Punkte pro hinzugefügtem Ort
Straße hinzufügen15 Punkte pro hinzugefügter Straße
Informationen prüfen1 Punkt pro überprüfter Information


Aufbau des Google Maps Local Guide Punktesystems, © Google

In den ersten drei Level erhältst Du noch kein Abzeichen. Ab dem vierten Level wirst Du jedoch mit Badges für Dein Profil ausgezeichnet. Diese zeigen anderen Nutzern, wie viele hilfreiche Beiträge Du bereits auf Google Maps geliefert hast.

Auflistung des Punktesystems – Hier siehst Du, wie viele Punkte Du benötigst, um welches Badge zu erhalten
Auflistung des Punktesystems – Hier siehst Du, wie viele Punkte Du benötigst, um welches Badge zu erhalten

Du möchtest mit Deinem Profil nicht auf Google Maps gefunden werden? So geht’s!

Natürlich möchte nicht jeder, dass ein Profil erstellt wird, nur weil man einmal eine Rezension schreibt. Keine Sorge: Das ist kein Problem. Du bist natürlich nicht gezwungen dieses zu führen. Über die Einstellungen kannst Du die Sichtbarkeit Deiner Bewertungen, Fotos und Beiträge festlegen. Dabei hast Du folgende Optionen:

  • Öffentlich
  • Nur für bestimmte Gruppen sichtbar
  • Nicht öffentlich

Außerdem kannst Du nicht immer automatisch gefunden werden. Diese Funktion muss erst von Dir im Profil aktiviert werden. Gehst Du auf die Einstellungsfunktion „Persönliche Inhalte“ kannst Du einstellen, von wem Du gefunden wirst und wer Deine Beiträge überhaupt sehen darf. Außerdem stellst Du so ein, wer Dir überhaupt folgen darf. Ähnlich wie bei privaten Profilen auf Instagram musst Du dann im Voraus bestätigen, ob die Person, die Dir folgen möchte, das überhaupt darf.

Was weiß Google Maps von Dir?

Google Maps sammelt verschiedene Daten der Kartendienst-Nutzer. Dazu gehören:

  • Der Standortverlauf
  • Echtzeitdaten der Nutzer – diese helfen dem Dienst beispielsweise dabei Staus zu identifizieren und analysieren

Möchtest Du, dass Google keine Daten von Dir sammelt, kannst Du über den Inkognito-Modus Deines Browsers oder in der App auf den Dienst zugreifen.

Über die Einstellung Persönliche Inhalte kannst Du festlegen, ob Du im Voraus bestätigen möchtest, wer Dir überhaupt folgen darf, © Google
Über die Einstellung Persönliche Inhalte kannst Du festlegen, ob Du im Voraus bestätigen möchtest, wer Dir überhaupt folgen darf, © Google

Ist Google Maps ein ernsthafter Konkurrent für bestehende Social Media Plattformen?

Vorerst müssen sich Facebook, Instagram und Co. keine Sorgen machen. Der Dienst wird erst nach und nach global ausgerollt und befindet sich noch komplett im Aufbau. Aktuell können Nutzer aus den USA bereits darauf zugreifen, jedoch auch nur in der mobilen Version. Wann der Service auf Desktops ausgeweitet wird und nach Deutschland kommt, ist vorerst noch ungewiss.

Fazit

Google dehnt seinen Kartendienst schon seit einiger Zeit um immer mehr Bereiche und Funktionen aus. Die Anzahl an täglich aktiven Nutzern, die im Bereich von mehreren Millionen liegt, ist einer der ausschlaggebenden Gründe hierfür. Somit war schon längere Zeit abzusehen, dass sich Google Maps in Richtung soziales Netzwerk entwickelt. Mit den erweiterten Funktionen gibt es somit alles, was eine Social Media-Plattform definiert:

  • Ein Profil
  • Veröffentlichte Inhalte der Nutzer
  • Die Option des Folgens und gefolgt werdens
  • Ein Stream mit Updates der Community

Fakt ist: Google hat mit seinem Netzwerk Google Plus bereits einen Versuch in der Welt der sozialen Netzwerke in den Sand gesetzt. Das Unternehmen schaltete den Dienst im April 2019 ab und erklärte das Ganze als fehlgeschlagen. Umso größer könnte der Ehrgeiz sein, das neue Projekt zum Erfolg zu führen. Wohin genau Google Maps als sozialer Kanal also führen wird, bleibt abzuwarten.

 

Lara Meyer hat ihr Bachelorstudium der Betriebswirtschaft, Schwerpunkt Betriebswirtschaft der Medien, an der FH in Würzburg abgeschlossen. Als Teil des eology-Marketing-Teams kümmert sie sich um die Verbreitung des gesammelten eology-Wissens, indem sie ihr Know-how in Magazinen, Blogs und Zeitschriften teilt.

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