Erste Anzeigen in ChatGPT zeigen das Potenzial neuer Werbeformate

Erste Anzeigen in ChatGPT zeigen das Potenzial neuer Werbeformate

31.03.202602 min

Seit Kurzem werden erstmals Anzeigen innerhalb der Chat-Oberfläche von ChatGPT ausgespielt – vor allem für Nutzer der kostenlosen Version. Damit bewegt sich die Plattform in Richtung eines Modells, das bereits aus Suchmaschinen und sozialen Netzwerken bekannt ist.

Bisher setzte ChatGPT vor allem auf kostenpflichtige Abonnements als Einnahmequelle. Um jedoch langfristig wirtschaftlich zu bleiben und weiter skalieren zu können, wurde Werbung als zusätzliche Monetarisierungsstrategie eingeführt. Erste Tests und Pilotprojekte hatten bereits angedeutet, dass dieser Schritt vorbereitet wurde.

Anfang des Jahres verkündigte OpenAI die Einführung von Werbung. Wir haben hier die wichtigsten Infos für Dich zusammengefasst.

Neue Einnahmequelle für OpenAI

Was steckt dahinter? Vor allem ein wirtschaftlicher Druck. Die Entwicklung und der Betrieb moderner KI-Modelle verursachen enorme Kosten, weshalb OpenAI zunehmend auf neue Monetarisierungsmodelle angewiesen ist. Werbung galt lange als „letzte Option“, wird nun aber strategisch genutzt, um das Wachstum zu finanzieren.

Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten: Bereits wenige Wochen nach Start des Werbe-Pilotprogramms erreichte ChatGPT eine hochgerechnete Umsatzrate von über 100 Millionen Euro pro Jahr. Gleichzeitig haben sich laut einem Artikel von BornCity mehr als 600 Werbetreibende beteiligt – ein klares Signal für das enorme Interesse am neuen Kanal.

Werbung direkt im Gesprächskontext

Ein entscheidender Unterschied zu herkömmlicher Online-Werbung liegt in der Platzierung: Anzeigen erscheinen direkt im Gesprächskontext. Inhaltlich orientiert sich die Anzeige an der vorherigen Nutzeranfrage, sodass sie thematisch passend wirkt und wie eine ergänzende Information erscheint.

Eine deutliche Kennzeichnung soll sicherstellen, dass Nutzer zwischen neutraler Antwort und werblichem Inhalt unterscheiden können. Anders als klassische Bannerwerbung unterbricht sie den Lesefluss weniger stark, sondern ist in den Dialog eingebettet. Dadurch entsteht eine neue Form der Ansprache, die stärker personalisiert und situationsbezogen ist.

Das Bild zeigt einen Screenshot von einer Suchanfrage in ChatGPT zur Wohnzimmeraustattung. Antworten werden mit Quellen versehen.
Abbildung: Werbeanzeigen im kostenlosen OpenAI Chatbot
Quelle: eology

Kritik: Relevanz und Mehrwert noch begrenzt

Trotz des starken Starts gibt es auch Skepsis. Erste Analysen zeigen, dass viele der ausgespielten Anzeigen aktuell noch wenig Mehrwert bieten und nicht immer relevant für die jeweilige Nutzeranfrage sind. Das zentrale Risiko bleibt bestehen: Vertrauen. Experten warnen, dass jede Form von Einflussnahme durch Werbetreibende die Glaubwürdigkeit der KI gefährden könnte. OpenAI betont daher, dass Anzeigen keinen Einfluss auf die generierten Antworten haben sollen und sensible Themen werbefrei bleiben.

Jule Langheim studierte Medienmanagement an der Technischen Hochschule Würzburg. Bei eology ist sie im Marketingteam verantwortlich für die Contenterstellung und die Vermarktung der Agentur über die Social-Media-Kanäle.

Jule
Langheim
, Marketing Manager j.langheim@eology.de +49 9381 5829048