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Neue Google Search Console Beta

Bis vor kurzem war die neue Search Console nur ausgewählten Nutzern vorbehalten. Jetzt hat die Testversion auch in die entlegenste Property Einzug gehalten. Jeder Webmaster kann sich nun seine eigene Meinung zur Betaversion bilden.

Im Vergleich zur bisherigen Version der Search Console und erst Recht im Vergleich zu den altbekannten Webmaster Tools, wie die Search Console führer hieß, hat sich viel getan. Damit Sie was die Neuerungen angeht nicht im Trüben fischen, nehmen wir die neue Search Console mal genauer unter die Lupe.

Wie komme ich zur neuen Version?

Die neue Ansicht ist nur einen Klick entfernt. In der linken oberen Ecke (siehe Abb. 1) finden Sie einen Link mit der Aufschrift „Jetzt die neue Search Console testen“.

Ansicht alte Search Console

Abb. 1: Ansicht alte Search Console

Was hat sich verändert?

Das Design

Insgesamt wirkt das neue „Outfit“ der Search Console viel moderner und aufgeräumter. Auf den ersten Blick vielleicht zu aufgeräumt. Der erste Eindruck lässt viele wichtige Funktionen missen. Allerdings trübt der erste Anschein. Das neue Design lehnt sich sehr stark an die neue AdWords Oberfläche an und hat eine klare und übersichtliche Struktur. Aktuell zählen zu offensichtlichen Menüpunkten neben Status noch Leistung, Indexierung und Sitemaps (siehe Abb. 2).

Ansicht neue Google Search Console

Abb. 2: Ansicht neue Google Search Console

Status

Zum Status lässt sich nicht viel sagen. Der Name ist ja bereits selbsterklärend. Dieser Menüpunkt beinhaltet ein kleines Dashboard deiner Webseite. Hier finden Sie als Erstes einen Überblick zu der Leistung Ihrer Seiten – genauer gesagt, die Entwicklung der Klicks etc. Darunter befindet sich die Grafik zur Indexabdeckung, welche einen historischen Verlauf der „Seiten mit Fehlern“ bzw. „gültigen Seiten“ beinhaltet. Und zum Schluss ist der Abschnitt zu den Verbesserungen aufgeführt. Mit dem Button „Bericht öffnen“ gelangen Sie zu den Detailberichten.

Leistung

Der Leistungsbericht ist mehr als nur das Pendant zur altbekannten Suchanalyse. Denn jetzt stehen für Analysen und Bewertungen Daten von 16 Monaten zur Verfügung. Bisher musste man sich in der Suchanalyse der alten Search Console mit nur 90 Tagen zufrieden geben. Durch die längerfristige Betrachtung können Webseitenbetreiber aussagekräftigere Analysen erstellen, welche auch saisonale Schwankungen beinhalten (siehe Abb. 3).  Ansonsten gibt es bei den Filtermöglichkeiten wie Suchanfragen, Seiten, usw. keinen großen Unterschied zur alten Version.

Darstellung der Leistung in der neuen GSC

Abb. 3: Darstellung der Leistung in der neuen GSC

Indexabdeckung

Wie der Name schon vermuten lässt, befasst sich dieser Menüpunkt mit dem Index, der Abdeckung und der Steuerung. Das Indexierungsmanagement wurde bisher zum größten Teil durch Intuition und Erfahrung gesteuert, da Google sich bis dato in diesem Punkt bedeckt hielt. In der neuen Search Console lässt Google zumindest in Sachen Indexierung ein Stück weit die Hüllen fallen. Der Report ist an die altbewährte Ampelübersicht angelehnt. Damit weiß intuitiv jeder, worin die Gefahren für die eigene Seite liegen (siehe Abb. 4).

Ansicht der Indexabdeckung

Abb. 4: Ansicht der Indexabdeckung

  • Rot – Fehler
  • Hier sind die Seiten aufgeführt, welche schwerwiegende Fehler aufweisen. Aufgrund dessen sieht sich Google nicht in der Lage, die Seiten zu indexieren. Ohne Indexierung sind weder gute Rankings noch eine Listung in den Suchergebnissen möglich. Daher sollten Sie diesem Punkt besonders viel Aufmerksamkeit widmen, um wichtige Seiten rechtzeitig zu identifizieren, bevor „das Kind in den Brunnen gefallen ist“. Wenn der Fehlergrund mit „Gesendet…“ beginnt, dann können Sie stark davon ausgehen, dass die fehlerhafte Seite von der Sitemap zur Indexierung gesendet wird. Damit lässt sich die Fehlerursache zumindest ein Stück weit eingrenzen.
  • Orange – Gültige Seite(n) mit Warnungen
  • Diese Seiten wurden indexiert, jedoch ist sich Google uneins, ob dies die Absicht des Webmasters ist. Es kann sein, dass Google aufgrund der Verlinkung auf eine Seite kommt, welche durch die robots.txt ausgeschlossen ist. Vorsorglich wird diese Seite indexiert und dem Webmaster obliegt dann sowohl die Prüfung als auch die Entscheidung. Wenn die Indexierung in diesem Fall gewollt ist, dann sollten Sie die robots.txt demensprechend anpassen, indem Sie den jeweiligen Ausschluss entfernen. Ist dies nicht der Fall, müssen Sie die betroffene Seite zusätzlich mit einem noindex-Tag versehen. Diese Regelung gilt es ebenfalls aus der robots.txt zu entfernen.
  • Grün – Gültig
  • Alle für gültig befundenen fehlerfreien Seiten sind hier gelistet. Dadurch bekommen Sie einen detaillierten Einblick in Ihren „Indexkosmos“ in der Google-Welt. Dabei wird unterschieden, ob die Indexierung unter Zuhilfenahme der Sitemap erfolgte oder auch nicht – „Gesendet und indexiert“; „Indexiert, nicht in Sitemap gesendet“. Durch die nähere Betrachtung der durch die Sitemap gesendeten und indexierten Seiten, bekommen Sie einen besseren „Status-Einblick“ Ihrer Sitemap. Bisher konnte man nur die Anzahl der indexierten bzw. nicht indexierten Seiten der Sitemap sehen. Jetzt wissen wir zumindest, um welche Seiten es sich konkret handelt.
  • Grau – Ausgeschlossen
  • Diese Seiten wurden mit Absicht – so zumindest die Annahme der Suchmaschine – aus dem Index ausgeschlossen. Auch hier lohnt sich ein Blick, damit sich keine verheerenden Fehler einschleichen. Schließlich ist nicht jeder Ausschluss auch wirklich vom Webmaster gewollt. Aber Google entscheidet ebenfalls hin und wieder, dass Seiten nicht in den Index gehören, obwohl die Meta-Angaben anders lauten. In diesem Fall finden Sie die betroffenen Seiten z.B. unter dem Grund „Duplikat aber ohne kanonischen Tag“ und „Google hat eine andere Seite als der Nutzer als kanonische Seite bestimmt“. Für mehr Infos zur Indexabdeckung, bitte den unteren Links folgen:
    https://support.google.com/webmasters/answer/7440203?hl=de
    https://support.google.com/webmasters/answer/139066?hl=de

Sitemaps

Der Menüpunkt Sitemaps unterscheidet sich im Großen und Ganzen kaum von dem der alten Search Console. Die große Veränderung findet sich im kleinen Icon neben der Anzahl an gefundenen URLs (siehe Abb. 5). Dieser Link geht direkt zum Statusbericht der Indexabdeckung der Sitemap, wo Sie einen detaillierten Einblick erhalten.

Abb. 5: Statusbericht der Sitemap

Teilen

Eine kleine Veränderung mit großem Effekt ist die Funktion „Teilen“. Denn hiermit lassen sich Fehlerberichte optimal mit dem Entwicklerteam teilen. Dieser kleine Button erleichtert die Kommunikation immens. Durch Betätigen dieser Funktion wird einen Link generiert (siehe Abb. 6), den Sie einfach an Ihr Projekt-Team weiterleiten können. Um zu diesem Button in der Indexabdeckung zu gelangen, sollten Sie vorher im Bereich „Status“ auf den jeweiligen Fehler klicken.

Abb. 6: Funktion Teilen

Fehlende Funktionen wie HTML-Verbesserungen und Co.

So ganz kann die neue Search Console die Alte noch nicht ersetzen. Aber das soll sie aktuell auch nicht. Für viele Berichte und Auswertungen ist die bisherige Version noch unersetzlich, wie z.B. HTML-Verbesserungen, Interne Links, Internationale Ausrichtung usw. Es bleibt abzuwarten, welche der alten Funktionen in welcher Form Einzug in die neue Console halten.

Fazit

Wenn man sich erst einmal die Zeit genommen hat, um die Logik der Funktionen zu verstehen, dann bietet die neue Search Console auf jeden Fall einen Mehrwert. Vor allem die Indexabdeckung lässt einen tieferen Einblick auf die Indexierung und das Management zu. Die Betaversion leistet im Rahmen ihrer verfügbaren Komponenten gute Arbeit. Und für vieles andere gibt’s ja zum Glück noch die alte Console. Wir dürfen daher gespannt sein, was die die zukünftige Google Search Console noch zu bieten hat.

Autor:

Johannes Nass berät bei der eology GmbH Kunden im Bereich Suchmaschinenoptimierung. In unserem Blog teilt er sein SEO-Wissen mit allen Interessierten.

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