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Speak now! Google testet Voice Search – Konsequenzen für SEO?

Google Voice Seach - Speak now!

Wie kürzlich bekannt wurde, testet Google in den USA auf Google.com bei ausgewählten Nutzern eine innovative sprachgesteuerte Suchfunktion. Bei dieser sogenannten Voice Search erkennt Google, ob am Rechner ein funktionsfähiges Mikrofon angeschlossen ist und zeigt zusätzlich zum Suchen-Button ein Speak-Now-Widget im Suchschlitz an.

Google Voice Seach - Speak now!

Google Voice Seach - Speak now!

Mit diesem Speak-Now-Widget kann der Nutzer dann alternativ zur normalen Suchbegriff-Eingabe per Tastatur einfach den gewünschten Suchbegriff diktieren. Falls diese Tests mit der Voice Search belegen sollten, dass die Nutzer besser mit einer direkten Spracheingabe zurecht kommen und somit noch leichter die Informationen finden, die sie suchen, würde dass auch Konsequenzen für die Suchmaschinenoptimierung haben. Suchmaschinenoptimierer müssten sich auf neue Spielregeln einstellen und anders optimieren, als zuvor.

Mehr Long Tail Suchanfragen?

Falls die Voice Search bei Google tatsächlich ausgerollt wird,  ist denkbar, dass wir dadurch mehr Long Tail Suchanfragen (Suchanfragen, die aus mehreren Wörtern bestehen) sehen werden als es aktuell der Fall ist. Viele Suchende dürften aktuell dem Zehnfingersystem nicht mächtig sein und dürften deshalb verhältnismäßig lange brauchen, bis die gewünschten Begriffe im Suchschlitz bei Google eingetippt sind. Weiterhin nimmt die Zahl der älteren Web-Nutzer (die sog. Silver Surfer) stetig zu. Viele ältere Menschen tun sich mit den kleinen Tasten auf normalen Tastaturen eh schwer, weil die Hände im Alter oft nicht mehr so gut durchblutet sind, wie in jüngeren Jahren. Für diese Nutzer könnte die Voice Search das Finden von Informationen erheblich erleichtern.

Da liegt es auf der Hand, dass diese Nutzer dann wahrscheinlich anders suchen werden, als heute. Klar – das „Eingeben“ von Begriffen mit Hilfe der eigenen Sprache ist für viele Menschen wahrscheinlich leichter, als mit einer Tastatur. Insofern kann man davon ausgehen, dass viel mehr im Long Tail Bereich gesucht wird, als heute, weil dies leichter wird.

Die Konsequenz für die Suchmaschinenoptimerung wird dann sein, dass langfristig weniger auf Money-Keywords (generische Begriffe / einfachere Schlagwörter) optimiert wird, weil das Suchvolumen bei diesen Keywords wahrscheinlich zugunsten der Long Tail Begriffe weiter abnimmt.

Personalisierte SERPs?

Wenn Sie am Telefon mit einer fremden Person sprechen, können Sie i. d. R. sofort sagen, ob Sie es mit einer Frau oder einem Mann zu tun haben. Das wird Google mit der Voice Search auch können. Theoretisch ist es sehr einfach, maschinell die Tonlage einer Stimme zu analysieren und somit automatisch zu wissen, ob den Suchenden eher Damen- oder Herrenschuhe interessieren, wenn er einfach nur nach „Schuhen“ sucht.

Diese Möglichkeit würde den aktuellen Prozess hin zu mehr personalisierten SERPs (Suchergebnisseiten) bei Google weiter vorantreiben und Google ganz neue Möglichkeiten der Personalisierung eröffnen.

Man kann davon ausgehen, dass Google diese Möglichkeiten früher oder später auch nutzen würde, wenn Voice Search für alle Suchenden ausgerollt wird.

Suchmaschinenoptimierer müssen dann als Konsequenz mehr auf speziellere Begriffe optimieren. Allgemeinere Begriffe werden dann uninteressanter. Vielleicht wird irgendwann z. B. nur noch auf das Keyword „Herrenschuhe“ (spezieller) optimiert, anstatt auf „Schuhe“ (allgemeiner), weil vielleicht irgendwann kaum noch „Schuhe“ SERPs angezeigt werden. Aber das ist aktuell (noch) reine Spekulation.

Autor:

Axel Scheuering ist Geschäftsführer der eology GmbH. Er studierte Wirtschaftsinformatik mit dem Schwerpunkt E-Commerce und belegte während des Studiums bei der Google Online Marketing Challenge 2009 den 2. Platz unter den Final 15 weltweit wofür er mit dem Marketingpreis Mainfranken ausgezeichnet wurde. Axel Scheuering ist als "Google Analytics Qualified Individual" von Google zertifiziert.

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