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Der neueste Schrei: AMP! – Chancen und Risiken der AMP-Technologie

Das Internet gehört heute längst zu unserem Leben – während in der Vergangenheit das Surfen im Web über Computer und Laptop stattgefunden hat, besuchen die Nutzer von heute Webseiten überall und jederzeit mit dem Smartphone oder Tablet, beispielsweise um morgens auf dem Weg zur Arbeit noch schnell das Geschenk für die beste Freundin zu bestellen, oder um sich über die neuesten Nachrichten und Meldungen auf der Welt zu informieren. Um auch im Bereich der Suchmaschinenoptimierung relevant zu bleiben, müssen mobile-freundliche Websites vorangetrieben werden. So wird neben der Nutzerfreundlichkeit mobiler Websites verstärkt auf die Realisierung von Accelerated Mobile Pages (AMP) gesetzt, allen voran im Bereich von Nachrichtenseiten und Blogs.

Am 24. Februar diesen Jahres fiel der Startschuss für den Einsatz von Accelerated Mobile Pages. Über ein halbes Jahr später lassen sich erste Schlüsse zu den Vorteilen und Nachteilen der AMP-Technologie ziehen.

Was war AMP noch gleich?

AMP beschreibt speziell für mobile Anfragen erstellte bzw. hierauf optimierte Websites und/oder Webseitenteile. Bei AMP handelt es sich um ein quelloffenes, plattform-übergreifendes Framework. Ziel dieses Systems ist es, die Ladegeschwindigkeit mobiler Websites um ein Erhebliches zu reduzieren. Eine Reduktion der Ladezeit wird bei AMPs durch Restriktionen für die Verwendung von HTML, CSS und JavaScript erreicht. Durch diese Restriktionen werden AMP-validierte Webseiten schneller bereitgestellt.

Welche Vorteile ergeben sich durch AMP?

Der Vorteil von AMP ist sicherlich in der verkürzten Ladezeit mobiler Websites zu sehen. AMP-Seiten reduzieren somit die Wartezeit des Nutzers, was wiederum die Frustration und dadurch die Abbruchrate verringert. Da AMP-Seiten einen geringeren Datenumfang besitzen, bedeutet das auch, dass diese Seiten ein niedrigeres Downloadvolumen aufweisen, sodass das Surfvolumen langsamer verbraucht wird – ein großes Plus für die Nutzer. Da eine kurze Ladezeit von Webseiten einen entscheidenden Faktor in Bezug auf die Nutzerzufriedenheit darstellt, führt insbesondere für die Webseitenbetreiber, deren Zielgruppe hauptsächlich aus mobilen Nutzern besteht, über kurz oder lang kein Weg an AMP vorbei.

Neben dem Nutzererlebnis wirken sich AMPs auch auf die Klicks und die Impressionen und damit auf den Bereich der Suchmaschinenoptimierung aus. Auf dem Webmaster Central-Blog kündigte Google damals an, dass alle Arten von Webseiten mit AMP-Inhalten später in diesem Jahr eine erweiterte Präsenz über die komplette Suchergebnisseite in der mobilen Suche hinweg erhalten werden. Webseitenbetreiber, welche auf die AMP-Technologie setzen, können so mehr Aufmerksamkeit und klickstärkere Platzierungen für ihre Seiten erzielen, wodurch ein relativ großer Traffic-Vorteil für AMPs entsteht.

AMPs sind insbesondere im News-Karussell von Google vorzufinden. Da eben diese News-Karussells weiter oben in den SERPs ausgespielt werden und organische Ergebnisse so weiter nach unten fallen, liegt der Vorteil von AMPs auf der Hand: die höhere Platzierung in den Suchergebnissen lässt Impressionen und Klicks steigen. Seiten, welche keine AMPs sind, verlieren somit an Nutzer-Interaktion, Klicks und Impressionen, da die Nutzer oft nicht bis an das Ende der Suchergebnisseite scrollen und bevorzugt auf weiter oben platzierte Ergebnisse klicken. Um also die Sichtbarkeit eines Artikels zu steigern, muss dieser im besten Falle im News-Karussell vorzufinden sein. In der mobilen Version wiederum führt das News-Karussell vor allem Artikel, die AMPs sind. Die entsprechenden Leistungskennzahlen lassen sich mit Hilfe von Google Search Console überwachen. Auch wurde ein AMP-Statusbericht in die Google Search Console (ehemals Google Webmaster Tools) aufgenommen. Dieser listet die erfolgreich indexierten AMPs Ihrer Website auf, sowie etwaige AMP-spezifische Fehler – ein Zeichen dafür, dass Google das neue Format pushen möchte.

Abbildung 1: AMP-Statusbericht der Google Search Console

Abbildung 1: AMP-Bericht

Wo liegen die Schwächen und Nachteile von AMP?

Die Ausgangsbasis für Nachteile von AMPs liegt in ihrer Funktionsweise. Da die Ladegeschwindigkeit einer Webseite hauptsächlich von der Größe der zu ladenden Dateien abhängt, wird bei AMP die gesamte Größe einer Webseite auf ein Minimum reduziert. Die Inhalte der AMP-Webseite werden gecacht und auf einem Proxyserver bereitgestellt. Greift ein Nutzer auf die Inhalte zu, werden sie über ein Content Delivery Network ausgeliefert. Google stellt somit einen kostenlosen Proxy-artigen Cache Service bereit.

Die Restriktionen für die Verwendung von HTML, CSS und JavaSkript bringen einige Nachteile mit sich:

  • Durch eine Verschlankung des HTML sind bestimmte Elemente, wie beispielsweise die Kommentarfunktion oder Formulare, nicht mehr verfügbar.
  • Durch CSS-Limitierungen werden umfassende Designs einer Seite evtl. nicht geladen.
  • Die Einbindung von Tracking-Pixeln ist nur eingeschränkt möglich, da kein JavaSkript-Code von Drittanbietern verwendet werden darf.

AMP-Seiten sind also im Grunde genommen eine vereinfachte Version der Ausgangsseite. Grafische Elemente werden nicht dargestellt, sondern der Fokus einer AMP liegt insbesondere auf dem Content.

Abbildung 2: Mobile Ansicht mit AMP und ohne AMP

Abbildung 2: Mobile Ansicht mit AMP und ohne AMP

Was einige Webseitenbetreiber verunsichern kann, ist, dass der Google AMP Traffic nicht vom Server des Webseitenbetreibers ausgeliefert wird, sondern von einer Google Domain, die damit praktisch eine gecachte Version der ursprünglichen Seite ausgibt.

Folgendes Beispiel soll diesen Vorgang praktisch demonstrieren:

Sucht man beispielsweise im mobilen Browser auf dem Smartphone oder Tablet nach „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, liefert Google die Suchergebnisse (hier also die verschiedenen Nachrichtenmeldungen) im charakteristischen News-Karussell aus. Auch sind die verschiedenen Nachrichtenmeldungen mit dem entsprechenden Symbol, welches auf die Verfügbarkeit der Webseite im AMP-Format hinweist, kenntlich gemacht. Klickt ein Nutzer auf dieses AMP Symbol, öffnet sich die Zielseite nahezu instant.

Abbildung 3: Kennzeichnung von AMP-Seiten

Abbildung 3: Kennzeichnung von AMP-Seiten

So weit so gut. Bei genauer Betrachtung stellt man jedoch fest, dass die Ansicht oben nicht von der eigentlichen Seite bedient wird, sondern von Google Cache. Die URL lautet also folgendermaßen:

https://www.google.de/amp/m.faz.net/aktuell/wirtschaft/macht-im-internet/sagt-amazon-als-internetanbieter-der-telekom-den-kampf-an-14487997.amp.html?client=safari

Vor den ursprünglichen Link wird www.google.com/amp/ angefügt. Dass die Seite dann als Google-Seite geöffnet wird, lässt bei einigen die Vermutung aufkommen, dass Google so den Traffic der eigenen Seite stehlen würde. Das würde letztendlich statistisch gesehen zu Lasten der eigenen Website gehen.

Fazit

Accelerated Mobile Pages können langfristig zu klickstärkeren Platzierungen für Ihre Seiten führen, wodurch ein relativ großer Traffic-Vorteil entsteht. Gerade in der Anfangsphase dieser neuen Technologie existieren die größten Traffic-Potentiale, die Sie durch die organischen mobilen Google Suchergebnisse erzielen können. Je mehr Webseiten allerdings die AMP-Technologie einsetzen, umso geringer werden diese Traffic-Potentiale. Gleichzeitig bedeutet das aber auch, dass solange sich der Anteil an AMP-Webseiten im entsprechenden Marktumfeld noch auf einem niedrigen Niveau befindet, zumindest aus SEO-Sicht kein unmittelbarer Handlungsbedarf in Richtung AMP besteht. Wenn Sie nun schrittweise AMP-validierte Webseiten integrieren möchten, um sowohl eine höhere mobile Nutzerfreundlichkeit innerhalb Ihrer Zielgruppe, als auch klickstärkere Platzierungen und größere Traffic-Potentiale realisieren zu können, dann finden Sie auf dieser Website von AMP eine Anleitung, wie das möglich ist. Außerdem bleibt anzumerken: Auch wenn Sie als Webseitenbetreiber stets im Besitz des Contents bleiben, so müssen Sie sich dennoch bewusst sein, dass eine Cache-Datei seitens der Suchmaschine abgespeichert wird. Hierbei handelt es sich um einen statischen Publisher-Content, weshalb AMPs gerade für Webseitenbetreiber mit dynamischen Inhalten nicht von großem Nutzen sind. Während AMPs im Bereich von Nachrichtenportalen und Blogs bereits an großer Beliebtheit gewonnen haben, so ist davon auszugehen, dass der starke Wachstumstrend des E-Commerce Sektors die AMP-Technologie auch in diesem Bereich mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit weiter vorantreiben wird. Nichtsdestotrotz bleibt AMP ein reines Mobile-SEO Thema und ist klar von der Suchmaschinenoptimierung im Bereich Desktop abzugrenzen.

Erste Studien zum Einsatz der AMP-Technologie zeigen Ergebnisse aus der Praxis:
https://www.ampproject.org/static/img/case-studies/wapo.pdf
https://www.ampproject.org/static/img/case-studies/gizmodo.pdf
https://www.ampproject.org/static/img/case-studies/plista.pdf

Autor:

Ramona Sahlmüller studierte BWL, Schwerpunkt Marketing/Controlling/Logistik in Bamberg. Bei der eology GmbH berät sie Kunden im Bereich SEO und beschäftigt sich mit Trends in der Suchmaschinenoptimierung.

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