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5 Beispielhafte Möglichkeiten der Bewertung von Domains und Links

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  • Author
    Daniel Unger
    Category
    Suchmaschinenoptimierung
    Comments
    5

    Das Thema Linkbuilding ist im SEO das wichtigste überhaupt und ist mit Abstand die aufwendigste und zeitraubendste Arbeit – vorausgesetzt man macht es richtig. Ein Link ist nicht gleich mit einem Link gleichzusetzen. Von daher gibt es sehr viele Möglichkeiten, einen Link zu bewerten. Dieser Artikel soll einen beispielhaften Überblick darüber geben, welche Möglichkeiten man hat, um eine Domain oder URL dahingehend zu bewerten, ob ein Link von dieser wertvoll ist. Es werden hierbei Möglichkeiten vorgestellt, die jeder kostenlos nutzen kann.

    1. Sichtbarkeitsindizes

    Mittlerweile gibt es eine Vielzahl von SEO-Tools, die die Sichtbarkeit einer Domain bei Google und anderen Suchmaschinen mit Hilfe eines Indexwertes visuell darstellen können. Die Tools arbeiten hierbei im Großen und Ganzen ähnlich. Vereinfacht gesagt kann man behaupten, desto besser die Rankings einer Website sind, desto sichtbarer ist diese bei den Suchmaschinen und wird für bestimmte Keywords gut gefunden. Die nachfolgende Grafik zeigt beispielhaft den Sichtbarkeitsindex von zalando.de.

    zalando_sichtbarkeit

    Aktueller Sistrix-Sichtbarkeitsindex von zalando.de

    Bei der Bewertung einer Website spielt dieser Wert sicherlich eine tragende Rolle, denn der Wert sagt ja mehr oder weniger aus, welchen Stellenwert eine Domain bei Google & Co. hat.

    Die reine Bewertungsreduzierung auf die Sichtbarkeit ist jedoch ein Trugschluss, da es auch vorkommen kann, dass eine Domain zwar für ein präferiertes Keyword und Synonyme dazu gut ranked, jedoch allein diese Rankings keine hohe Sichtbarkeit ausmachen. Ein Link von solch einer Domain kann jedoch sicherlich hilfreich für ein bestimmtes Keyword-Ranking sein.

    Tipp: Den Sichtbarkeitsindex von Sistrix kann man auch einsehen, wenn man das Tool nicht gemietet hat. Unter der URL https://tools.sistrix.de/sichtbarkeitsindex kann man beliebig viele Domains abfragen. Man bekommt dann zwar „nur“ den absoluten Wert zurück und hat natürlich keinen Zugriff auf die historische Entwicklung des Indexes (wie sie in der Grafik mit dem Zalando-Sichtbarkeitsindex zu sehen ist). Vielen Webmastern hilft dies jedoch vielleicht schon weiter. Als Richtwert kann man grob behaupten, dass ein Wert über 1,0 schon relativ gut für einen „Normalsterblichen“ ist und eine Domain mit einem Wert über 1,0 somit schon recht gute Rankings vorweisen kann. Im Umkehrschluss ist es jedoch nicht so, dass ein Link von einer Domain mit kleinerem Sichtbarkeitsindex nicht gut ist. Der vorgeschlagene Wert soll somit nur eine grobe Richtung bei der Bewertung vorgeben.

    2. Website / URL im Index

    Wenn ein Link von einer bestimmten Website generiert werden kann, sollte immer geprüft werden, ob diese im Google-Index vorhanden ist. Dies kann man recht einfach nachprüfen, in dem man bei Google eine so genannte Site-Abfrage macht und folgendes eintippt: „site:http://beispielseite.de/verzeichnis/thema.html“. Im Idealfall sollte dann folgendes erscheinen:

    snippet_franz_beckenbauer

    Site-Abfrage für eine Wikipedia-Seite

    Wenn bei der Abfrage einer Domain/URL keine Ergebnisse kommen ist das in der Regel ein schlechtes Zeichen, da Google die Seite dann nicht im eigenen Index hat und somit auch Links von dieser nichts bringen.

    Ein weiteres Indiz für die Relevanz einer Seite kann mit Hilfe des Google-Cache Datums herausgefunden werden. Hierzu muss nach der Site-Abfrage nur auf den Link „Im Cache“ geklickt werden. Bei der danach folgenden Ansicht, kann man herausfinden, wann der Google-Bot das letzte Mal die Seite durchsucht (gecrawled) hat.

    cache_beckenbauer_wikipedia

    Cache Wikipedia "Franz Beckenbauer"

    In der Regel sollte hier kein zu altes Datum stehen, denn eine relevante Website wird von Google regelmäßig durchsucht. Es kann auch vorkommen, dass Google keine Seite dazu im Cache hat, was dann ein Indiz für minderwertigen Inhalt auf dieser Seite sein kann.

    3. SEOmoz Domain- und Page-Authority

    Wer bei Google Top-Platzierungen mit umkämpften Keywords erreichen möchte, kommt um Links von starken Seiten, welche Google als Autorität ansieht nicht herum. Als Autorität kann man z.B. eine Regierungs- oder Universitätswebsite ansehen. Es geht jedoch nicht unbedingt darum, einen direkten Link von diesen Seiten zu bekommen, da dies meist nicht sehr einfach ist :) . Vielmehr geht es darum, Links von den Seiten zu bekommen, die evtl. direkt von Autoritäten verlinkt werden. Wenn man nun von solch einer Seite einen Link für sich generieren würde, verlinkt die Autorität indirekt auf die eigene Seite.

    Mit dem SEOmoz Open Site Explorer stellen die Kollegen aus Seattle eine tolle Möglichkeit zur Verfügung, eine Domain oder URL dahingehend zu bewerten. Mit dem Tool kann man auch in der kostenlosen Variante einige interessanten Werte über eine Domain oder URL herausfinden – unter anderem eben auch die Autorität einer URL oder Domain, welche mit Hilfe eines eigenen Algorithmus von SEOmoz errechnet wird.

    Tipp: Ein (kostenloser) SEOmoz-Account ist von Vorteil, wenn man mehr als 3 Domains am Tag analysieren möchte.

    open_site_explorer_auswertung

    Auswertung Open Site Explorer für eine Url von zalando.de

    Der Wert „Domain Authority“ betrifft die komplette Domain und gibt den gesamten Wert der Domain an. Man kann jedoch auch eine spezielle URL abfragen, von der man vielleicht einen Link bekommen kann. Dieser Wert wird dann in Form der „Page Authority“ angegeben. Generell kann man sagen, dass eine Authority ab 30 von 100 schon relativ gut ist. Jedoch gibt auch dieser Wert nur eine Idee, ob ein Link von einer URL förderlich ist oder weniger. Man muss bei der Bewertung auch beachten, dass die Daten des Open Site Explorer in erster Linie für den US-Markt aussagekräftig sind. Da SEOmoz jedoch ständig ihren Linkgraphen (Berechnungsgrundlage für die Authority-Werte) erweitert und man ja den direkten Vergleich deutscher Domains hat, können die Werte bedenkenlos zur Bewertung herangezogen werden.

    4. Bauchgefühl und Themenrelevanz

    Abseits all der messbaren Kriterien, ist auch für uns bei eology oft das Bauchgefühl mitentscheidend bei der Bewertung einer potentiell linkgebenden Seite. Hier zählen häufig Faktoren wie z.B. das Design und die komplette Websitegestaltung mit zu den Bewertungskriterien. Wenn man sieht, dass eine Seite nur selten gepflegt wird und der letzte Eintrag im Blog bereits 1,5 Jahre zurückliegt, kann man davon ausgehen, dass ein Link von solch einer Seite nicht besonders stark ist. Andersherum trifft dieser Punkt jedoch auch zu. Ein Blog der täglich 10 Beiträge á 50 Wörter mit jeweils 5 ausgehenden (externen) Links veröffentlicht, ist wahrscheinlich auch nicht der richtige Linkpartner.

    Vor allem das Thema Content spielt bei der subjektiven Bewertung eine Rolle. Wenn man sich einmal 1-2 Artikel der Website durchgelesen hat, kann man selbst gut bewerten, wie viel Mühe sich bei der Content bzw. Inhalte-Erstellung gegeben wurde und ob man aus solch einem Inhalt verlinkt werden möchte. Spätestens nach dem in Deutschland noch bevorstehenden Panda-Update gilt heute noch mehr als früher: Content is King! :-)

    Der weitere Punkt Themenrelevanz gehört bei der Suchmaschinenoptimierung mit zu den wichtigsten Faktoren, denen man Beachtung schenken sollte. Wenn man beispielsweise eine Website zum Thema „Omas beste Kochrezepte“ hat und diese im Google-Ranking nach vorne bringen möchte, sollte man bestmöglich Links von Websites und Blogs bekommen, die sich mit dem Thema „Kochen“ befassen. Backlinks von themenirrelevanten Technik- oder Fashion-Blogs wären nicht sehr passend und auch nicht förderlich für gute Rankings. Google geht sogar so weit, dass die Themenrelevanz auf Domain-Ebene bewertet wird. Es bringt somit auch wenig, wenn man auf einer themenfremden Domain, z.B. handy-blog-2000.de (fiktives Beispiel), eine perfekt passende Unterseite zum Thema „Kochrezepte“ einrichten würde und von dort aus verlinkt.

    Nichtsdestotrotz kann man bei der Themenrelevanz oft sehr weit gehen, um potentielle Linkpartner zu finden. Um beim Beispiel „Kochrezepte“ zu bleiben, wäre für diese Website auch ein Link von einem Familien-Blog denkbar, auf dem man erklärt, welche Rezepte aus Omas Zeiten auch heute noch bei den Kindern beliebt sind.

    5. Linkposition und Co-Citation

    Eine weitere Möglichkeit die Stärke eines Links zu bewerten ist die Position eines Links. Man kann behaupten, dass sichtbarere, also prominent platzierte Links auf einer Website, tendenziell mehr bringen als Links z.B. aus dem Footerbereich einer Website. Was früher State oft he Art war, ist heute meistens nur noch Link-Spam. Ein Link aus dem Footer einer Website wird von Google wahrscheinlich eher negativ bewertet. Der Grund hierfür ist, dass ein Footerlink meistens nur zum Zwecke der Suchmaschinenoptimierung gesetzt wird, denn ein „normaler“ User einer Website wird aller Wahrscheinlichkeit nach, nicht im untersten Bereich einer Website einen weiterführenden Link erwarten.

    footerlink

    Beispielhafter Footerlink

    Was man beim täglichen surfen auch recht häufig sieht, sind massenweise Links aus einer Blogroll, bevorzugt noch mit Keyword-Linktexten. Gegen einen Link aus der Sidebar oder einer Blogroll ist eigentlich nichts zu sagen, jedoch sollte hier mit Keyword-Linktexten und massenhaften Verlinkungen aufgepasst werden. Wenn in einer Sidebar über 16 externe Links mit Keywords enthalten sind, sollten auf alle Fälle die Alarmglocken klingeln.

    blogroll

    "Spammige" Blogroll mit massig Keyword-Linktexten

    Die direkte Link-Nachbarschaft, auch Co-Citation genannt, ist für Google ein weiteres Bewertungskriterien für Backlinks. Somit ist es wichtig, dass ausgehende Links auf einer Website themenrelevant zueinander sind. Wenn dies nicht der Fall ist und zum Beispiel ein seriöser Mode-Shop gleichzeitig mit unseriösen Viagra-Anbietern und Poker-Seiten verlinkt wird, wird dies von Google und anderen Suchmaschinen negativ bewertet, da eine unsaubere Co-Citation gegeben ist. Wenn solche Links im größeren Ausmaße in einem Linkprofil enthalten sind, kann dies auch zu einer Abstrafung einer Website führen.

    bad_cocitation

    Schlechte Co-Citation

    Jetzt wird man sich sicherlich fragen, was denn eine gute Linkposition ist. Diese Frage ist recht einfach zu beantworten, denn eine gute Linkposition ist aktuell ein einfacher externer Link aus relevantem Content heraus. Google bewertet diese Links sehr positiv, wenn der Content über den geschrieben wird, perfekt zu der verlinkten Website passt. Aus Google-Sicht werden diese Links in der Regel auch öfters geklickt, da sie sich im Idealfall am Anfang oder mitten im Text befinden und ein Leser auf alle Fälle den Link wahrnehmen wird.

    Fazit

    Wer im Internet gut gefunden werden möchte, kommt um einen sauberen und nachhaltigen Linkaufbau nicht herum. Mit den vorgestellten Möglichkeiten kann man recht schnell und ohne Kosten abschätzen, ob eine Verlinkung mit dem potentiellen Linkpartner tendenziell in Frage kommt oder nicht. Ein Patenrezept für einen guten Link gibt es jedoch nicht und somit zählt auch im Linkbuilding die Erfahrung – Learning by Doing!

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Autor: Daniel Unger

Daniel Unger ist Gründer und Geschäftsführer der eology GmbH. Er studierte Wirtschaftsinformatik mit dem Schwerpunkt E-Commerce. Während seines Studiums belegte er mit seinem Team bei der Google Online-Marketing Challenge den 2. Platz unter den Final 15 weltweit und fand dadurch den Weg zum Online-Marketing. Mit seinem Team betreut er kleine und mittelständische Unternehmen, sowie Konzerne in den Bereichen SEO, PPC, Usability und Social Media.

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  • GravatarMichael 1 5. Juli 2011, 14:00

    Hallo Daniel, sehr schöner Artikel. Mit den 5 Punkten sollte sich schon einiges in den Rankings anstellen lassen.

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  • GravatarChristian 2 10. Juli 2011, 13:19

    Tolle Artikel!
    Aber: Funktioniert dein Tipp mit der Abfragemöglichkeit des Sichtbarkeitsindex von Sistrix noch? Habe versucht, einige Domains in unterschiedlichen Browsern abzufragen, aber es kommt kein Ergebnis.

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  • GravatarDaniel Unger 3 11. Juli 2011, 07:25

    Hallo Christian,

    du hast recht, aktuell funktioniert die Abfrage leider wirklich nicht. Ich habe Sistrix jedoch bereits informiert. Probiere es einfach in ein paar Tagen noch einmal.

    Grüße,

    Daniel

    Update:
    Wenn eine Domain ohne www. abgefragt wird, funktioniert die Abfrage problemlos.

    Update 2:
    Sistrix ist echt auf Zack! Die Abfrage wurde innerhalb Minuten angepasst. Man kann jetzt auch mit “www.” Domains abfragen. :)

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  • GravatarChristian 4 11. Juli 2011, 12:11

    Nicht nur Sistrix ist auch Zack, du bist es auch! Danke!

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